Freitag, 1. April 2016

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Privat schreibe ich am liebsten im Seitenlayout, blauer Hintergrund/weißer Text, also nicht in der widerwärtigen Normalansicht weiß mit Times New Roman, jedenfalls nicht mit Standardschrift, sondern meist Verdana.
In MS Word stehen diese Ansichtsoptionen im Menü Ansicht bzw. im Menü Extras -> Optionen.
Warum eigentlich? Vielleicht als symbolische Trennung zu anderen, beruflich veranlassten oder gelesenen Texten. Blau beruhigt auch die Augen ungemein, finde ich, besonders wenn man viel nachts arbeitet. Hab ich mir noch angewöhnt, als man noch klobige Computermonitore hatte, Kathodenstrahlbildschirme, die immer flimmerten … Blau war da angenehmer, augenschonender. In den 90ern war blau auf weiß auch noch die Standardansicht in WordPerfect, kann ich mich erinnern, WP war ja damals noch sehr verbreitet als Textverarbeitungsprogramm, vor Microsoft Word. Na ja, oder war es nicht sogar gelbe Schrift auf blauem Grund? Hmm, weiß es nicht mehr genau, egal. Komisch, dass mir das gerade einfällt.
Aber der entscheidende Grund ist wohl, dass ich eigentlich keine leeren weißen Blätter mag. Auch auf dem Bildschirm direkt vor mir möchte ich keine weiße Leere sehen, also so wie Steinbeck sinngemäß mal schrieb:  … die weißen Blätter hinlegen und warten, bis die Geschichten von selbst drüberkriechen. So wie Seegetier, das langsam über eine Klinge kriecht. So ähnlich der Vergleich. Das kann ich nicht, funktioniert bei mir nicht. In der Regel nicht. Daher versuche ich wohl, meine Psyche auszutricksen. Wobei ich blau als Farbe auch sonst schon geil finde. Aber das ist ja ne andere Sache. Schwarz wär natürlich auch immer eine Option. 

Kommentare:

  1. Da arbeite ich ja eher klassischer/moderner. Die Schrift ist mir dermassen egal, mir kommt es nur auf den Inhalt an. Und da mein Geräte übergreifendes Notizprogramm eh keinen Komfort in dieser Hinsicht bietet, aber dermassen für mich wichtig ist, findet man sich mit den Gegebenheiten ab. Dafür bin ich dann der, der in der Bahn stundenlang mit dem Handy spielt, wobei keiner weiß, dass gerade die nächste Kurzgeschichte textlich entsteht, deren Formatierung nur noch am heimischen PC den letzten Feinschliff erfährt. Ein Hoch auf die Technik. Gibt es überhaupt noch Schreiber, die die klassische Variante von Papier und Tinte nutzen? Das wäre ja mal eine Erfahrung .... Ohne die Möglichkeit zu streichen und neu zu schreiben, erst im Nachhinein. Das würde mir Angst machen ...

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  2. Ja, kann ich auch nicht (mehr), mit Papier und Tinte ist schon fast hohe Kunst. Da muss man ja im Kopf schon unglaublich viel Vorarbeit leisten, ordnen, strukturieren und druckfertig vorformulieren. Frag ich mich auch, obwohl ich das ja früher auch gemacht hab. Krass. Leute wie Peter Scholl-Latour haben ja auch noch ihre Bücher auf Papier vorgeschrieben. Hab ich mal gesehen...

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  3. Ja, du hast ja auch einen guten Output, wenn du jeden Tag schreibst, da kannst du Eindrücke vom Arbeitsweg und von Mitreisenden sofort verarbeiten. In einer vollen Bahn auf meinem Smartphone (hab ich ja mittlerweile auch) könnt ich wahrsch. gar nichts schreiben, da fehlt mir einfach die Ruhe. Da könnte ich mich gar nicht konzentrieren, ich brauch irgendwie totale Stille, manchmal...
    Ich schreib ja nur manchmal morgens Traumbilder mit der Hand auf, bevor ich sie vergesse... Mein letzter Traum war übrigens witzig, weil du zufälligerweise drin vorkamst, könnt ich ja nachher mal aufschreiben. ;-)

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    1. Ach herje .. Wie gut, dass ich erst die Antwort gelesen hab, bevor ich mir nun den Beitrag mit dem Traum vornehme.

      Wenn du mir jetzt damit die super geniale Geschichte verdirbst, die mir grad durch die Synapsen geistert, dann ....

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