Montag, 22. November 2021

Highlander, alternative Fassung

Im zweiten Teil der Highlander-Quadrologie mit dem unübertroffenen Christopher Lambert, den ich irgendwann Anfang der 90er Jahre mal im Kino sah, trafen wir auf einen sichtlich gealterten Connor MacLeod in einer modernen, düsteren Welt. Da mit zunehmender Zerstörung der Ozonschicht, so die damalige apokalyptische Zukunftsvision, die Menschen wie die Fliegen starben, half der unsterbliche Connor MacLeod, die Menschheit zu retten, indem er mit anderen Wissenschaftlern einen Schutzschirm für den Planeten konstruierte, unter den die Menschheit schlüpfen konnte. Bis auf weiteres sind die Menschen in Sicherheit, müssen aber im Dunkeln mehr schlecht als recht dahinvegetieren. Das Leben im Halbdunkel ist zur "neuen Normalität" geworden.

In dieser fernen Zukunft, worunter man sich das Jahr 2024 vorstellte, leben die Menschen bereits seit 25 Jahren unter dem Schutzschild, und Connor MacLeod tritt uns als alter Mann entgegen. Im Laufe der Handlung entdeckt Connor, dass der Schutzschild, den er einst mitentwickelte und -konstruierte, längst entbehrlich geworden ist und abgeschaltet werden könnte. Die Menschen würden endlich wieder Sonnenlicht sehen und könnten ihre "Freiheiten" und ihr "normales Leben" zurückbekommen. Die Ozonschicht hat sich tatsächlich im Laufe der Jahre erholt, doch wird dies verheimlicht, da alle Staaten jährlich hohe Schutzgebühren an das Betreiberkonsortium entrichten müssen. Natürlich gelingt es unserem Helden, alles wieder ins Lot zu bringen ...

Interessanterweise gab es verschiedene Fassungen dieses Films, so gab es z. B. die sogenannte Renegade-Fassung, in der man die Verweise auf die außerirdische Herkunft der Unsterblichen komplett weggelassen hat. Die ganzen Rückblenden auf den Planeten Zeist, von dem die Unsterblichen einst angeblich als Rebellen verbannt wurden, hatte man da rausgeschnitten, was gut war! Die Fassung lief in den US-Kinos, bei uns kam nur die Kinofassung mit dem Alien-Quatsch.

Eine weitere Fassung, die aber von den Produzenten abgelehnt wurde, hatte folgende Handlungslinie: Connor MacLeod entwickelte einen Impfstoff gegen eine neue tödliche Seuche, die große Teile der Menschheit dahingerafft haben soll; urplötzlich ist eine rätselhafte Erkrankung aufgetaucht, und niemand habe gewusst, woher diese Krankheitserreger gekommen oder wie sie entstanden seien. Aber der unsterbliche Connor MacLeod, der in langen Jahrhunderten auch unermesslich viel Erfahrung und Wissen sammeln konnte und sich bereits (wie in Rückblenden ersichtlich wird) während der Pestepidemie als Heiler und Medikus bewährt hat, entwickelt ein Impfserum als freiberuflicher Chefvirologe eines Konzerns. Der Impfstoff ist natürlich patentiert, daher recht teuer und wird von allen Staaten abgenommen. Selbstredend muss der Impfschutz alle paar Monate immer wieder erneuert, aufgefrischt und verstärkt, also "geboostert" werden, wie es aus den überall präsenten audiovisuellen Message Boards tagtäglich tönt … Der Rest entwickelte sich analog zum obigen Schutzschildszenario. Der Held deckt nach Jahren auf, dass die sog. Immunisierung im Laufe der Zeit nutzlos und sogar gefährlich geworden ist und nur noch reinen Profitinteressen sowie dem Machterhalt der eingeweihten Machthaberinnen dient. Diese Skriptfassung wurde aber, wie erwähnt, damals – Ende der 80er Jahre – abgelehnt und nicht verfilmt. Zu absurd damals, daher dem Publikum nicht vermittelbar.

Sonntag, 7. November 2021

Was ich diese Woche gelernt habe ...

Bekanntlich lernt man ständig dazu, erfährt neue Dinge und wird Schritt für Schritt immer ein kleines Stückchen schlauer, wenn man will und sich eine gesunde Portion Neugier bewahrt. Wenn man das dann sein Leben lang durchhält, ist man am Ende richtig schlau und stirbt wenigstens klug ...
Ich habe letzte Woche beispielsweise herausgefunden, was es mit diesen Fahrrädern mit den blauen Vorderreifen auf sich hat, die ich hier seit einiger Zeit ständig auf den Straßen sehe. Ich dachte immer, was zur Hölle, warum haben die alle blaue Vorderreifen? Ist das ein politischer Code oder eine geheime Message?
Dann erfuhr ich es. Und wie? Indem ich es natürlich googelte. Was sonst? Was man nicht weiß, ergoogelt man eben. Anders geht's ja nicht, wa? Ja, cool jedenfalls - das sind alles Mietfahrräder, die man per Langzeit-Abo nutzen kann. Swapfiets heißt die Firma. Scheint ziemlich beliebt zu sein. Na ja, ich fahr lieber mein eigenes Rad, ein MTB, mit dem ich mich wohl fühle.
Was noch? Ach ja. Dann hab ich letzte Woche noch gelernt, was "frustrierte Aufwendungen" sind. Gibt es wirklich, kaum zu glauben. Na ja, okay, dann hab ich auch noch gelernt, dass man mit dem Bike vorsichtig um die Kurve fahren sollte, wenn da eine feuchte Laubschicht auf dem Asphalt liegt ... und dass man an Kreuzungen und Einmündungen beide Hände an der Bremse lassen sollte, auch wenn man Vorfahrt hat. Das weiß ich jetzt also auch.
Gut, dann mal sehen, ob ich nächste Woche noch was lerne ...

Montag, 26. Oktober 2020

Für Blogger innen wie außen ...

Habe heute tatsächlich zum ersten Mal gehört, wie eine junge Nachrichtensprecherin im Radio - auf Fritz, was hier in Berlin ein gern gehörter Radiosender ist - dieses „Gendersternchen“ mitgesprochen hat oder sich daran versucht hat. Statt Schulleiterinnen (bzw. Schulleiter und Schulleiterinnen) entblödete sie sich nicht, „Schulleiter innen“ (ergo Schulleiter*innen) zu sagen - also mit kurzer, aber unverkennbarer Pause mitten im Wort. 😂 Habe selten so etwas Beklopptes gehört ...
Beim ersten Mal hörte es sich sogar wie ein Sprachfehler an; ich hätte normalerweise gedacht, dass das Mädel stottert ... Dann fiel mir die politische Dimension ein, also dass ich neulich gelesen hatte, dass eine Talkshow-Lady (war das Anne Will?) diesen Quatsch propagiert und auch erklärt hat, wie man das Sternchen wohl sprechen soll.
Aber sollte das * nicht eigentlich ein sog. „glottal stop“ sein? Das hört sich doch anders an. Da müssen die diversgeschlechtlichen Sprecher*innen jedenfalls noch kräftig üben, damit das mal irgendwann so richtig in Fleisch und Blut übergeht ...

Freitag, 9. Oktober 2020

Kontrast

Reicht nur für eine dürre Meldung in der Regionalpresse: 1.500 (in Worten: eintausendfünfhundert) Polizisten mussten heute in Berlin aufgeboten werden, um ein einziges, seit Jahren von Linksextremen besetztes Haus zu räumen. Dabei soll es zu „Rangeleleien“ und Raufereien gekommen sein. ... Polizisten sollen sich da auch mit den Hausbesetzern „geschlagen“ haben. Ah ja ...

Noch vor wenigen Wochen schafften es drei Polizisten, die angebliche „Erstürmung des Reichstages“ durch „gefährliche und gewaltbereite Reichsbürger und Rechte“ zu verhindern. Na ja, eigentlich standen alle nur auf der Treppe herum ...Dafür bekamen die drei Helden das Bundesverdienstkreuz ... Das Erstürmungsnarrativ geisterte wochenlang als Thema durch alle Medien ... Soweit mal zur selektiven Agenda-Setzung.

Donnerstag, 24. September 2020

Der Tod einer Richterin o.ä.

Was hältst du eigentlich davon, so die Frage an mich, dass diese US-Richterin Ginsberg oder -burg gestorben ist? Ich: Dingsbums wer? Nie gehört. Wer soll das sein? Ohne es zu wissen, rate ich: Bestimmt eine, die gegen Trump war oder?
Was macht den medialen Nutzen einer dahingeschiedenen Richterin oder beliebigen prominenten Leiche heutzutage aus? Was macht ihren Tod überhaupt erwähnenswert für staatsnahe Medien? Ihr tränenreiches Instrumentalisierungspotential: Tote, die vormals (in lebendigem Zustand) die "richtige" Meinung vertraten, genießen in den Augen der Medien eine besondere Glaubwürdigkeit; man kann ihnen schwerlich widersprechen ... Da müsste man schon ein besonders niederträchtiger Lump sein.
Der Tod dieser Richterin hätte garantiert kein Schwein diesseits des Atlantiks interessiert, wenn sie nicht links gewesen wäre und gegen Trump gewettert hätte. (Weiß ich noch nicht mal genau, vermute es aber - genau weiß ich es wie gesagt nicht, weil wie gesagt, vorher nie gehört und bald vergessen) ...

Donnerstag, 10. September 2020

Bundesweiter Warn- und Lachtag ...

Stell dir vor, es ist bundesweiter Warntag, und alle schlafen weiter. Habt Ihr was gehört oder mitbekommen? Ich nicht. Kein Ton, keine Meldung, kein Vibrieren, kein gar nix. Stell dir vor, der Katastrophenfall tritt ein, und niemand merkt es ...
Ich hatte hier in Berlin auch nichts anderes erwartet. Warum auch.
Die Bürgerinnen sollen doch Ruhe bewahren, keine unbegründeten Ängste zulassen und sich mürrische Indifferenz bzw. heroische Gelassenheit zu eigen machen - das ist erste Bürgerpflicht. Ein bundesweiter Warntag ist da völlig kontraproduktiv und leitet nur Wasser auf die Mühlen derer, gegen die wir als Zivilgesellschaft couragiert aufstehen ...
Man hat's mal probiert, weil es so angesetzt war. Niemanden interessiert es, dass die Warninfrastruktur voll vom Mobilfunk- und immer instabiler werdenden Stromnetz sowie irgendwelchen Apps abhängig ist, welche - was in BER-Flughafenland auch nicht verwunderlich ist - unausgereift oder dysfunktional sind oder im Ernstfall ohnehin schnell ausfallen. Mittlerweile hängt sowieso die gesamte Kommunikationsinfrastruktur am Internet bzw. Mobilfunk ... Redundante Systeme, Sirenen, Glocken und jegliche analoge Geräte hat man abgeschafft; bald wird auch der UKW-Funk verschwunden sein. Dann hocken im Ernstfall alle Opfer wahrscheinlich vor ihren verstummten Spielekonsolen und Smartphones, die höchstens noch als Wurfgeschosse
taugen oder zu Artefakten werden, die als magische Kultgegenstände eines neu entstehenden Cargo-Kults einer neuen Bestimmung zugeführt werden.

Freitag, 4. September 2020

Lied der Thälmannpioniere ....

Wir grüßen die Heimat in Wald und Feld,
wir wollen sie schützen und hegen,
wir reichen den Kindern der ganzen Welt
die Hand zur Freundschaft entgegen.
Wir tragen die Flagge der Republik,
wir grüßen mit Stolz unsern Wilhelm Pieck,
wir grüßen die Kinder der neuen Zeit,
Pioniere sind immer bereit ...

aus "Lied der Thälmannpioniere" (von Erich Weinert)

Wilhelm Pieck (der erste Präsident) war längst tot, als wir dieses Lied in der Schule unter Aufsicht der gestrengen Lehrerin bzw. Pionierleiterin trällern mussten ... Wer nicht inbrünstig genug mitsang, wurde nach vorn zitiert und musste vorsingen. Die eine oder andere Kopfnuss gab es gratis dazu.
Ich erinnere mich, dass ich mich anfangs immer wunderte, warum wir den Wilhelm Pieck mit Stolz grüßen sollten, denn der wurde öffentlich kaum noch erwähnt. Und natürlich war längst der Erich Honecker im Amt ...
Man hätte den Vers eigentlich anpassen müssen  ...

Wir arbeiten fleißig und düngen die Äcker,
wir grüßen mit Stolz unsern Erich Honecker,
...

Tat man aber nicht.

Mittwoch, 2. September 2020

Weiß man auch schon alles ...

Wirecard ist tot. Nie Geld verdient. Es lebe Delivery Hero, der neue Stern am Dax-Himmel – eine Art „Google für’s Essen“. Essen muss man immer, und Google hat man. Das ist die Zukunft, Digga …
Nicht zu vergessen: Es lebe Tesla …  
Tesla-Boss Musk befindet sich gerade auf Deutschlandtour und ist so gnädig, deutschen Politikern Audienz zu gewähren. Wer weiß, mag sich der eine oder andere Lokal- oder Bundespolitiker denken, vielleicht zahlt es sich aus, dem Elon Musk mal unter der Hand auch eine Gefälligkeit zu erweisen - eine schnelle Unterschrift hier, ein kurzer Wink an zuständige Behörden oder Ämter, damit die Beamten mal alle fünf gerade sein lassen und einen Antrag oder Bescheid des bedeutenden "Tech-Visionärs" durchwinken. Schließlich muss man auch an später denken, Vorsorge betreiben für die Zeit nach der pol. Karriere, wenn man dann nebenbei noch am "freien" Markt einen Posten als "Berater" annehmen kann. Der Elon erinnert sich dann vielleicht daran, dass man ihm mal Gefälligkeiten erwiesen hat, als er seine Elektrokarrenbude hier so unbürokratisch auf die grüne Wiese setzen durfte ...
Das erste Unternehmen, das den Automarkt aufmischt, ohne Autos zu bauen, d. h. ohne Geld zu verdienen. Wie war das mit Wirecard?

Die deutsche Volkswirtschaft mutiert immer mehr zu einer Windbeutel-Ökonomie, in der nichts mehr produziert und nichts mehr nach Bedarf am Markt abgesetzt werden muss. Es reicht, Visionen zu haben. Es reicht, nach Subventionen zu schreien. Es reicht, Steuergeld zu verteilen. Wenn die Batteriekisten am Markt nicht verkäuflich sind, verbietet man einfach die bessere Technik. Die Politik richtet das. Passt dann schon. Fantasie ist genug.

Dienstag, 1. September 2020

Nichts Neues hier ....

Ach was muss man oft von bösen
Menschen hören oder lesen!
Schon ein Kreuz in diesen Tagen
mit den vielen Radikalen,
sprach Angela zu Franz-Walter,
warum könn wir nicht, eh Alter,
Störer, Leugner liquidieren,
und den Rest disziplinieren,
so wie bei den roten Khmer,
Rübe ab, dann stört nix mehr.

Montag, 31. August 2020

Gerangel auf der Freitreppe ...

Drei unbekannten Helden gewidmetes Poem:

Verteidigten sie nicht die Stufen der Treppen
gegen den Ansturm der Rechten,
Reichsbürger und Deppen?
Feiert, lobet und bejubelt sie,
die schützten unsre Demokratie,
es kam so nicht zu des Merkels Sturz,
sie hielten aus und ließen keinen Furz.

Knüppel schwingend, keiner wankte,
nur der Einsatzleiter bangte
um die Glastür zu den Hallen,
würd sie halten oder knallen?


Wackre Männer - es waren derer drei,
das letzte Aufgebot unsrer Polizei,
hoch droben standen's, die Wand im Rücken
,
hart auf hart, da wollt keiner sich drücken;
schließ den Helm, Kamerad, und schwing den Knüppel,
egal wen du triffst, der wird zum Krüppel.

Nur kurz, dann war der Spuk auch vorbei,
erledigt, der Sturm auf die Republik,
drum geh auch du zur Kiezpolizei,
und sichere uns Frieden und Glück. 


***

Donnerstag, 13. August 2020

Die Tragödie des Anglers ...

Willst du einen Hungernden nicht nur einmal, sondern dauerhaft satt machen, so gib ihm keinen Fisch, sondern lehre ihn das Angeln (bekanntlich oft mit „Fischen“ übersetzt; im Engl. ist angeln und fischen dasselbe Wort: „to fish“ – im alten China wird’s wohl auch so gewesen sein, vermute ich mal freihändig).

Diese schlaue fernöstliche Weisheit kennt man – wird oft als Plädoyer für Hilfe zur Selbsthilfe und gegen die dauerhafte, weil lähmende „Entwicklungshilfe“ angeführt.
Unterschlagen wird häufig, dass der so (sinngemäß wiedergegebene) Spruch des berühmten chinesischen Philosophen Laotse nur die Einleitung zu weitergehenden Ausführungen darstellte, die eine noch heute gebräuchliche Blaupause für etablierte Herrschaftssysteme und Sozialstaaten des 21. Jahrhunderts ist …
Ich hab diese leider in Vergessenheit geratenen Ausführungen des genialen Chinesen mal schnell in zeitgemäße Sprache und geläufige Begrifflichkeiten übersetzt:

Und so spricht Laotse: Willst du den dauerhaft gesättigten Angler in Abhängigkeit vom Kaiser halten, so verpflichte ihn alsbald nach dem Fangen der ersten Fische, einen kaiserlichen Angelschein zu erwerben, örtliche Gewässernutzungsabgaben zu entrichten, Mitgliedsgebühren für Angel- und Wasserschutzverbände sowie Industrie- und Angelkammern zu zahlen. Stelle sodann eifrige Eunuchen, wachsame Funktionäre und strenge Kontrolleure ein, die die Einhaltung aller Regelungen und Vorschriften überwachen und bei Verstößen oder bei Bedarf hohe Bußgelder in reinem Silber von den obrigkeitstreuen Anglern einfordern. Stelle nun Wach- und Sicherheitstruppen auf, die die Eunuchen, Funktionäre und Kontrolleure bei ihrer Tätigkeit beschützen und ausgewählte Zuwiderhandelnde hart und unerbittlich bestrafen. Köpfe einen, erziehe hundert! Erhöhe zur Finanzierung des Verwaltungsapparats die kaiserlichen Gebühren, Zwangsbeiträge und Abgaben für Angler (bzw. Fischer, s. o.) ...
Führe immer neue Abgaben und bußgeldbewehrte Vorschriften ein; sei erfinderisch und einfallsreich, aber übertreibe nicht! (Anm. d. A.: Ein überspannter Bogen neigt zum Brechen, sagt Laotse an anderer Stelle.)

Biete dem Angler nun zinsgünstige Darlehen an, damit er buntere, modernere und bessere Angelausrüstung und -geräte, z. B. hochmoderne Echolot-Geräte zum Aufspüren von Fischschwärmen und alle zwei Jahre einen neuen kautschukbereiften Wagen kaufen kann, um auch noch zu den abgelegensten Gewässern und ergiebigeren Fischgründen zu gelangen und seine Fangerträge zu steigern. Der Angler muss notgedrungen immer mehr Fische fangen, um nach Entrichtung seines Tributs noch satt zu werden …

Mache dem Angler mittels Nullzins und bedingten kaiserlichen Zuschüssen auch den Umstieg auf ein überteuertes, minderwertiges, aber umweltfreundliches Elektromobil schmackhaft (Anm. d. A.: Laotse spricht hier sibyllinisch von einem „magischen Gefährt der Täuschung“) …

Da der Angler nun deutlich mehr Fische fange, müsse er auch immer höher besteuert werden, so die Folgerung. Immer mehr Untertanen würden nun das Angeln aufgeben und drohten zu verhungern, kommentiert Laotse, was aber eine natürliche Lösung für die Überbevölkerung sei, die sich infolge der fetten Jahre der „Fischschwemme“ eingestellt habe, was aber niemand offen zugeben könne, so der Philosoph damals schon zynisch.

Man zwinge nun die Fischer, die von mechanischen Apparaturen (Motoren) angetriebenen Fischerdschunken der kaiserlichen Freunde und Günstlinge zu steuern und auf ihnen Dienst zu tun. Man halte sie in lebenslanger treuer Knechtschaft, indem man ihnen täglich die Botschaften des Kaisers vorlese und ihnen klarmache, wie gut es ihnen gehe ...
Die letzten unabhängigen Angler, die sich in Fanggemeinschaften organisiert haben, mögen Fangquoten auferlegt bekommen. Eine jugendliche Protestbewegung gegen das Fangen und Töten von Fischen wird formiert … Das Angeln kann nun verboten werden.
Man versorge die jetzt versklavte Bevölkerung flächendeckend mit nahrhaftem Fischmehl, das - wie man sagt - aus umweltschonenden und nachhaltig bewirtschafteten Fischfarmen überseeischer Kolonien stammt …

Damit beschließt also der geniale Laotse seine prophetische Botschaft …

Mittwoch, 12. August 2020

Sonntag, 26. Juli 2020

Fragen über Fragen ....

Halten Waschmaschinen wirklich länger mit Calgon?
Zahlt wirkaufendeinauto.de wirklich gute und faire Preise für alte Gebrauchtwagen?
War es im Dezember wirklich eine gute Empfehlung, in Aktien von Wirecard zu investieren?
War der Sozialismus wirklich eine gute Idee, die nur noch einmal "richtig" umgesetzt werden muss?
War wirklich nicht alles schlecht in der BRD? Und in der DDR?
Ist es wirklich eine gute Idee, Frostschutzmittel in den Eistee zu mixen?
Kann man wirklich besser laufen, wenn man sich ein Loch ins Knie bohrt? Und zum Ausgleich auch noch ins andere?

Samstag, 11. Juli 2020

Typisch deutsch ...

Typisch deutsch ist nur der reflexhafte Drang, beklagenswerte gesellschaftliche Entwicklungen oder negative Erscheinungen des Zeitgeistes wiederum auf typisch deutsche Wesensarten oder Eigenschaften zurückzuführen oder damit zu begründen.

Mittwoch, 24. Juni 2020

Radler


Der Radfahrer ist das unberechenbarste Element im täglichen Verkehrsgeschehen. Man kann nie sicher sein, wie sich ein Radfahrer im Großstadtverkehr verhält. Jedes Zusammentreffen mit mir als Autofahrer ist unvorhersehbar und spannend. Hält er/sie sich jetzt an die Vorfahrtsregeln? Weiß er/sie überhaupt, dass ich (von rechts kommend) Vorfahrt habe und er warten muss? Offenbar nicht. Viele scheinen keinerlei Kennung zu haben, oder es ist ihnen egal. Fahren einfach weiter und verlassen sich drauf, dass ich anhalten werde. Gut, ich bin nett. Noch. Hält er jetzt an der roten Ampel oder nicht? Kommt dir da beim Abbiegen noch ein Geisterfahrer entgegen der Fahrtrichtung entgegen? Steigt er am Fußgängerüberweg ab oder fährt einfach mit unvermindertem Tempo drüber? Fahren sie in beiden Richtungen auf dem Fußweg wie besengte Säue, so dass der Fußgänger auf die Straße ausweicht? Und die Hipster mit den dämlichen Kinderrollern (Scooter), was ist mit denen? Kommt jetzt einer aus der sicheren Deckung der geparkten Autos quer zur Fahrrichtung hervorgeschossen wie ein aus dem Hinterhalt abgefeuertes Dum-Dum-Geschoss? Ich gehe lieber auf Nummer sicher und setze immer voraus, dass sich Radfahrer nicht an Vorfahrtsregeln halten. Selbstmordkandidaten. So kann man nicht überrascht werden. …

Samstag, 11. April 2020

Quarantänebrecher auf der Flucht ....


... erschossen? Nein, natürlich nicht. Noch nicht. Aber gefasst hat man sie. Diesmal hatten sie Glück, kamen - sinnbildlich gesprochen - noch mit einem blauen Auge davon, die beiden geflüchteten Männer, die da eben mal auf der Flucht gefasst wurden ...


Jedenfalls diese Männer, die das geltende Versammlungsverbot missachtet hatten und sich dem polizeilichen Zugriff entziehen wollten  - weit draußen​ da in Mühlenbeck an einer Bushaltestelle, wo selten nur ein Bus gesehen ward (inmitten des Berliner Speckgürtels gelegen) - und die von Polizisten verfolgt wurden, die sich wiederum mangels eines Kraftfahrzeugs oder sonstigen motorbetriebenen Fortbewegungsmittels ein 24er Kinderfahrrad ausleihen mussten, die wurden also gestellt und in Gewahrsam genommen.

Und der willfährige, besser: der hilfreiche achtjährige Junge mit seinem Fahrrad, es handelte sich um ein 24er Mountainbike (Farbe und Marke unbekannt), wie wir erfahren, erhielt von den Beamten für seine Hilfe einen Teddy und - man höre und staune - sein unversehrtes 24er Rad. Sein Rad bekam er unbeschädigt zurück!

Und so schließt sich auch der Kreis:

Der Junge, der die Ingewahrsamnahme der Geflüchteten ermöglichte, bekam zum Lohn einen dieser Teddybären geschenkt, die man jüngst noch an andere Geflüchtete verschenkt hatte.

Wenn das nicht eine Top-Meldung wert ist.

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Ihre Bestellung wurde storniert ...

Liest sich irgendwie gut. Eine kleine Genugtuung.
Erledigt der Fall Amazon und Genossen ...
Es reicht. Ein voller Monat Lieferzeit für einen Fernseher, der als sofort verfügbar gekennzeichnet war? Paar Tage nach Bestellung danach schon das Geld abgebucht, obgleich laut Angabe unter der Bestellung erst nach Absenden des Artikels abgebucht werden sollte. Nö. Storno. Verzichte dankend ...
Und das war bereits der zweite Versuch. Zuvor im August schon mal ein anderes Gerät bestellt, was sich als defekt herausstellte. Massig Zeit mit der vergeblichen Installation verplempert, danach war die Rücksendung etwas schwierig, klappte erst, nachdem ich die Hotline bemühte ...

Es fällt mir auf, dass die Servicequalität bei Amazon in letzter Zeit wohl nachlässt. Und haben die Liquiditätsprobleme, dass die Geld abbuchen und erst einen Monat später liefern, wobei der ursprüngliche Lieferant dann eh noch Monate auf sein Geld warten muss? Nö wa?
Alles, was über den Marktplatz (Marketplace) von fremden Anbietern verkauft wird, läuft wohl zuverlässig ... Der Wurm ist, glaub ich, vor allem bei den Amazon-eigenen Geschäften drin.
Die Aktie würde ich jedenfalls auch net unbedingt mehr empfehlen ...

Freitag, 4. Oktober 2019

Kalte Füße ...

... bekomme ich jedenfalls gerade. Die dünnen kurzen Sportsocken, die nicht mal die Knöchel bedecken, waren vielleicht doch keine gute Idee. Schon unangenehm kühl. Dabei hatten die Klimatisten einen heißen Herbst versprochen. Fehlkauf. Werde doch lieber etwas Wärmeres an den Füßen anziehen. Vielleicht gleich zu den roten Socken wechseln? ...

Freitag, 20. September 2019

Papier aus verdächtiger Quelle ...

Hallo liebe Klimafreunde,
heute gab es im Kaufland frisches Toilettenpapier von Hakle, kein feuchtes, sondern trockenes, aber aus der Sonderedition "Shaun das Schaf", dreilagig in 16 Rollen zu 3 Euro irgendwas. Eigentlich ein Kauftipp! Hochwertig, hält sehr lange und ist ziemlich reiß- und wischfest. "Shaun das Schaf" ist übrigens ein lehrreicher und unverdächtiger Film, der ab 26. September in den hiesigen Kinos läuft. Könnt Ihr euch bedenkenlos anschauen. Beim Kauf des Toilettenpapiers kann man auch eins von 100 Plüschtier-Schafen gewinnen, das Ihr an ein anderes Schaf verschenken könnt. Dazu muss man hmm ... das gebrauchte Toilettenpapier ans Kanzleramt einschicken? Nein, einen Gewinncode auf der Hakle-Website eingeben.
Nun aber weswegen ich das schreibe und was mir da vor dem Supermarktregal den Atem stocken ließ, liebe Bots und Buddys, das war der auf der Verpackungsfolie (!) aufgedruckte Markenclaim: "Hakle - Wohlfühlen seit 1928". Ja, ist denn das die Möglichkeit; das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht. Steht da drauf in reinweißen Buchstaben: Wohlfühlen seit 1928. Need I say more? Schon mal was von Vergangenheitsbewältigung gehört? Entschuldigung sagen, Reue zeigen, Abbitte leisten dafür, dass wir im Dritten Reich die Latrinen mit Wohlfühlklopapier bestückt haben? Zeugt es nicht von einer fatalen Kontinuität, dass heute demokratische Ärsche mit dem gleichen Papier abgewischt werden? Geht gar, ganz und gar nicht. Je suis empört. Daher besser in kleine Streifen gerissene Tageszeitungen verwenden ...

Samstag, 9. März 2019

ebay-Kleinanzeigen

Wenn man sich gelegentlich auf dem privaten Kleinanzeigenmarkt tummelt, muss man in Berlin relativ schmerzfrei und abgestumpft sein. Ansonsten ist der Fremdschämeffekt selbst bei so schambefreiten Leuten wie mir garantiert. Nicht eingehaltene Absprachen, unwürdiges Gefeilsche, unhöfliche bis freche Zuschriften, neandertalartige Verhaltensweisen usw. usf. Von Pünktlichkeit mal gar nicht zu reden, weil pünktliches Erscheinen eh voll nazi ist. Bei jedem neu geschalteten Inserat, das ein paar Reaktionen erfährt, bekommt man das Panoptikum menschlicher Schwächen, Zumutungen und Unverschämtheiten aufs Neue zu spüren, die volle Dröhnung sozusagen - nur wenn man Pech hat natürlich, aber wie schon andernorts gesagt, hat man öfter Pech als Glück - bekanntlich landet unsere Salami-, Käse- oder Erdnussbuttertoastschnitte öfter mit der belegten Seite nach unten auf dem Boden als umgekehrt. Noch schlimmer: Nach oben hin zur Zimmerdecke fällt sie nie, immer auf den dreckigen (ockerfarbenen) Boden. Ein Effekt, über dessen Gründe auch die Faktenchecker der ARD bereits lange spekuliert haben, ohne zu einem allgemein akzeptierten Ergebnis zu kommen. Fakt ist, dass es so ist, wie es ist, und dass man das nicht instrumentalisieren darf - so das gängige Fazit. Muss aber zugeben, dass derlei Enttäuschungen auf dem Kleinanzeigenmarkt auf mich wie eine belebende kalte Dusche zur rechten Zeit wirken, denn negativ erlebte Vorkommnisse bewahren dich - Überlebensfall mal vorausgesetzt - davor, ein gefährliches, weil zu großes Grundvertrauen zu deinen Mitmenschen aufzubauen. Meistens bleibt's ja im Großen und Ganzen folgenlos, als lehrreiche Erfahrung verbuchen und gut ist's ... Danke dafür. Ich bin einfach zu nett, zu gut für diese Welt - erweist sich immer wieder - so was ist gar nicht gut - merkt's euch, Leute ...